4. Mai 2011

Zu gleicher Zeit

5. Mai 2011

A Rose is a Rose is a Rose

6. Mai 2011

Tables are turned

7. Mai 2011

Anfänge. Enden

Festival 4020.mehr als Musik : ZEIT

4. Mai – 7. Mai 2011

Die Zeit ist ein spielendes, Brettsteine setzendes Kind; ein Kind ist König.
Heraklit (aus den Fragmenten)

Das Festival 4020 wird sich – auch aus Anlass seines mittlerweile zehnjährigen Bestehens – Zeit nehmen, sich mit dem Thema Zeit auseinanderzusetzen: zum einen mit dem subjektiven Zeitempfinden beim Erleben von Musik – wie sich etwa Langsamkeit entdecken, Stillstand und Innehalten auskosten ließen. Welches Gewicht Geschwindigkeit und Beschleunigung für unsere Zeitwahrnehmung haben können, wie Komponisten und Musiker mit Zeitdehnungen und mit Beschleunigung, mit dem Druck komprimierter Zeit umgehen, welche Bedeutung sie dem Augenblick zumessen, und wie der sich denn festhalten ließe: auf der Partitur, im Gedächtnis, im Zusammenspiel. Es geht also um das richtige und falsche Timing, um kunstvoll verpasste und punktgenau gelungene Einsätze, um Gleichzeitigkeiten, scheinbare Verspätungen und alle anderen damit verwandten akustischen Illusionskünste. Zum anderen geht es natürlich auch um den Modernitätsbegriff, um die Frage, welche Musik sich scheinbar auf der „Höhe der Zeit“ befindet und welche nicht. Was wir als „zeitlos“ empfinden und was als hoffnungslos veraltet, aus der Zeit gefallen – und warum. So meinte der Komponist Josef Matthias Hauer (1883 – 1959), einer der großen Erneuerer der klassischen Avantgarde: „Was kann ein gewissenhafter Mensch, der sich immer bemüht hat, pünktlich zu sein, denn dafür, wenn sich der Rest seiner Zeitgenossen um 80 Jahre verspätet?“ Damit wir vermeintlich Anachronistisches und Zeitloses nicht übersehen, wird 4020 unseren Hörsinn schärfen, um uns in der Alten Musik auch Gegenwärtiges entdecken zu lassen. Es wird archaischen Spuren in den Kompositionen des Minimal Music-Pioniers Terry Riley (*1935) nachgehen und seine hypnotischen Endlosschleifen durch die Zeitmaschine eines Turntablisten rotieren lassen. Es wird mit Petr Kotik einen Weggefährten von John Cage und Morton Feldman erstmals hier zu Gehör bringen. Und es wird seinen Fokus auf die einzigartige Musikkultur Armeniens richten – und dabei auch heimischen Musikschaffenden, Tonkünstlerinnen und -künstlern besonders viel Raum und Zeit geben. 

Herzlich willkommen! 

Peter Leisch
Künstlerischer Leiter Festival 4020