Wie blitzen die Sterne!

Rahel Sögner, Violine
Nurit Stark, Violine
Zsófia Boros, Charango
Cornelia Voglmayr, Tanz
Mariia Pankiv, Klavier

Wolfgang A. Mozart (1756 - 91), Andante in F-Dur für eine Orgelwalze, KV616 (Fassung für Klavier)
Quique Sinesi (*1960), Cuentos de un Pueblo Escondido für Charango
Voces Tempranas – Tormenta De Ilusión – Despertando De Otro Sueño – El Colibrí Entre Suspiros
Luciano Berio (1925 - 2003), Duetti per due Violini

„… so hell durch die Nacht!“, beschwört ein Schubert-Lied die Sterne als „Boten der Liebe“ und Hoffnungsträger. Hoffnungsträger am Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn soll auch das erste Konzert dieses Abends zu Gehör bringen und sichtbar machen. Mit der Geigerin Nurit Stark, heuer unser Artist in Residence und der fulminanten Gitarristin Zsófia Boros, die mittlerweile zu den Fixsternen des Festivals gezählt werden kann, stehen ihnen hochkarätige und international erfolgreiche musikalische Partnerinnen gegenüber – in Konstellationen, die ihnen einen besonderen Raum geben sollen, um ihre Leuchtkraft entfalten zu können. 

Den Anfang macht die junge russische Pianistin Mariia Pankiv mit einer raren kammermusikalischen Kostbarkeit, die zu den kaum bekannten Seiten von Mozarts künstlerischer Biographie gezählt werden kann. Im Winter 1790/91 schrieb Mozart für das Wachsfiguren- und Kuriositätenkabinett des Grafen Deym mehrere Stücke für sogenannte Orgelwalzen, darunter das Andante F-Dur, KV 616. Mithilfe einer Stiftwalze, auf die das Musikstück aufgeschlagen bzw. -gepresst wurde, setzte man einen Automatismus in Gang, der ohne Zutun eines Musikers eine „Flötenuhr“ – eine Art mechanischer Orgel – erklingen ließ: mechanische Musik, die die damalige Zuhörerschaft tief beeindruckte. Von Mariia Pankivs Zauberhand wird sie dorthin zurückgeführt, wo sie das Herz berührt und uns aufs Neue verzaubert. 

34 Geigenduette, jedes mit einem Vornamen betitelt, hat Luciano Berio seinen Inspiratoren, Freunden und Weggefährten gewidmet. Darunter finden sich Komponisten wie Béla Bartók und Igor Strawinsky, Dirigenten wie Lorin Maazel, aber auch Dichter wie Edoardo Sanguineti – Sterne an seinem künstlerischen Firmament, an denen er sich verortete, die ihn inspirierten und mit denen er sich im kreativen Austausch befand. Nurit Stark und die junge, am Mondsee aufgewachsene Geigerin Rahel Sögner lassen sich erstmals gemeinsam darauf ein. Blätter eines geigerischen Logbuchs zu zweit, das Sternenbahnen am Nachthimmel des großen Zeitgenossen nachzeichnet. 

Last but not least schließt ein Dialog zwischen Tanz und sechs Saiten der südamerikanischen Charango den Kreis. Der argentinische Komponist Quique Sinesi zählt zu den bedeutendsten Gitarrenvirtuosen; Zsófia Boros ist eine kongeniale Interpretin seiner vom Tango und Candombe befeuerten Meditationen zwischen Elegie und Leidenschaft. Sie hat sich Cornelia Voglmayr an ihre Seite geholt, die diese Musik erstmals tänzerisch nachzeichnen wird.

Samstag, 4. Mai 2019  
Brucknerhaus, Mittlerer Saal, Linz, 19:00 Uhr
Wie blitzen die Sterne!